TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung

Zusammenfassung

Sich wandelnde Verhältnisse zum Tier – Wandel im Tierschutz
Peter Kunzmann


Zusammenfassung


Tierschutz ist theoretisch und praktisch an kulturelle Wandlungen gebunden, die sich drastisch zeigen bei der Ungleichbehandlung der „Haustiere“. Im Schlagwort „Massentierhaltung“ verdichtet sich die Ablehnung einer Praxis, die für viele Zeitgenossen zumindest der permanenten Verletzung von Tierwohl verdächtig ist. Von diesen stützen aber viele zugleich als Konsumenten die Verhältnisse, die sie ablehnen. Beim Heimtier kehren sich die Verhältnisse um: Tiere werden immer mehr zum Partner. Darin allein liegt keine Garantie für tiergerechte Verhältnisse. Ein eigenes Konfliktfeld entsteht mit der Frage, wie viel an Therapie einem Heimtier zukommen soll und darf, bevor es euthanasiert wird. Die Anwendung humanmedizinischer Methoden bei gleichzeitiger sozialer Aufwertung mancher Tiere verlangt eine Neujustierung. Tierschutz wird zunehmend durch die gedankliche Angleichung von Mensch und Tier geprägt. Diese egalitären Züge werden sichtbar besonders in der neuen rechtlichen Stellung von Tieren, bis hin zum Punkt einer Tierrechtsbewegung, die ein Ende aller Tiernutzung verlangt. In Thesen: „Tierschutz“ wird vermutlich als Thema zunehmend wichtig, auch durch egalitäre Denkmuster, die sich ausbreiten. Er wird dadurch polarer, dass die faktischen Nutzungsverhältnisse extremer werden. Weil mehr Anspruchsgruppen mit höchst unterschiedlichen Werthorizonten den Diskurs formen, wird die Frage nach dem „Tierschutz“ in den westlichen Gesellschaften sicher auch kontroverser werden.

 

Schlüsselwörter: Wandel im Tierschutz, Mensch und Tier, Tierethik,

Nutztiere