TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung

Zusammenfassung

Die Schweizer Tierschutzstrafpraxis 2011: Eine Analyse der Stiftung für das Tier im Recht (TIR)
Gieri Bolliger, Michelle Richner & Christine Künzli


Zusammenfassung


2011 wurden in der Schweiz so viele Tierschutzdelikte untersucht wie nie zuvor. Eine umfassende Analyse der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) zeigt auf, dass insbesondere in den Kantonen Bern (250), St. Gallen (235) und Zürich (207) oft entsprechende Strafverfahren durchgeführt wurden. In vielen anderen Kantonen werden Tierquäler aber nach wie vor nicht genügend konsequent verfolgt. Große Vollzugsunterschiede zeigen sich diesbezüglich insbesondere im Nutztierbereich. Einen gesamtschweizerischen Skandal bedeutet die vollständige Ignorierung des im Tierschutzgesetz verankerten Qualzuchtverbots. Dieses untersagt seit 2008 die gezielte Verpaarung von Tieren, wenn bei den Nachkommen mit zuchtbedingten Belastungen gerechnet werden muss. Trotz dieser klaren Rechtslage sind Qualzuchten in der Schweiz alltäglich und wurde bis heute kein einziges entsprechendes Strafverfahren durchgeführt. Die TIR hat deshalb Strafanzeigen gegen sieben fehlbare Züchter eingereicht und fordert griffige Vollzugsstrukturen in allen Kantonen.

 

Schlüsselwörter: Tierschutzstrafpraxis, Tierschutzstrafverfahren, Tierschutzgesetz, Vollzug, Qualzuchtverbot