TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung

Zusammenfassung

(K)ein Bild machen. Zur Ethik der Spur bei Jacques Derrida und in der Erzählung Der Wolfsjäger von Christoph Ransmayr und Martin Pollack
Alexander Kling


Der Beitrag untersucht zunächst drei historisch wirksame Wolfsbilder: das perhorreszierende, das heroische und das ökologische. Dabei wird ein Schwerpunkt auf den Begriff des Bildes gelegt, der mit einer doppeldeutigen Formulierung Jacques Derridas in Beziehung gesetzt wird: „pas de loup“. Dies kann sowohl als „Spur des Wolfes“ als auch als „kein Wolf“ übersetzt werden. Auf der Grundlage dieser theoretischen Überlegungen wird anschließend Christoph Ransmayrs und Martin Pollacks Erzählung Der Wolfsjäger (2011) analysiert. Es handelt sich um einen Text, der nicht ein Bild des Wolfes in Szene setzt, sondern das Machen der Bilder nachvollzieht. Von hier aus erfolgt schließlich eine Reflexion auf das für die Literary Animal Studies konstitutive Spannungsverhältnis von Ästhetik und Ethik. Von entscheidender Bedeutung ist es in diesem Zusammenhang, Ethik und Ästhetik nicht in einem Oppositionsverhältnis zu sehen, sondern ihr wechselseitiges Fundierungsverhältnis in den Blick zu nehmen.


Schlüsselwörter: Bild, Spur, Abwesenheit, Ästhetik, Ethik