TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung

Zusammenfassung

Warum läuft Meng Meng rückwärts? Zur Raumqualität von Zoogehegen und zu ihrer Auswirkung auf das Verhalten von Tieren im Zoo
Anne Hölck


Weltweit berichtete die Presse über die junge Panda-Bärin Meng Meng, die nach ihrer Ankunft im Berliner Zoo 2017 auf eigenartige Weise rückwärts lief. Weniger bekannt gemacht wurde, dass Wiederholungsbewegungen bei Zootieren schon in den 1930er-Jahren von dem Schweizer Zoologen Heini Hediger und der Zoologin Monika Holzapfel beobachtet und als pathologisch eingestuft wurden. Das Phänomen der Bewegungsstereotypien beschäftigt noch heute die Forschung und in Bezug auf die Gestaltung von Zoogehegen auch die Tiergartenpraxis, wie die Recherche zur Komplexität und Reduzierbarkeit von Stereotypien der Biologin Ulrike Richter zeigt. Die unterschiedliche Raumqualität der Lebensumgebung von (Zoo-)Bären und die Auswirkung auf ihr Verhalten wird im Vergleich der Haltungsbedingungen im Panda Garden des Berliner Zoos und im Alternativen Bärenpark Worbis deutlich gemacht. Einen Ausblick auf Veränderung gibt abschließend die Umgestaltung des Bärenzwingers Berlin, der nach Protesten gegen die Haltung der Berliner Bären 2017 in einen Ort für künstlerische Interventionen umgewidmet wurde und die kritische Auseinandersetzung mit Lebensräumen von Zootieren in sein Konzept miteinbezieht.



Schlüsselwörter: Stereotypie, Zooarchitektur, Alternativer Bärenpark Worbis, Bärenzwinger Berlin