TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung

Zusammenfassung

Haustiere: Ambivalenzen einer Freundschaft
Reingard Spannring & Gabriela Kompatscher


Tiergefährten spielen in der Geschichte der Menschheit und den unterschiedlichsten Kulturen eine große Rolle, und die soziobiologischen Grundlagen für Interaktion, Affektivität und Bindung zwischen den Arten wurden von unterschiedlichsten Disziplinen nachgewiesen. In den modernen, westlichen Gesellschaften ist die Haustierhaltung ein unübersehbares Phänomen. Gerade vor dem dominanten Diskurs der Tierliebe ist jedoch danach zu fragen, was diese Freundschaft bedeutet und welche Konsequenzen sie tatsächlich für die Haustiere, aber auch für andere Tiere, hat. Wir wollen aus kritischer sozial- und geisteswissenschaftlicher Perspektive einen Blick auf die Rolle von Haustieren in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit werfen, um dann die gesellschaftlichen Veränderungen in der Moderne und Postmoderne zu analysieren. Es zeigt sich, dass nicht nur dem Tier-Mensch-Verhältnis allgemein, sondern auch der Beziehung des Menschen zu seinen Tiergefährten ein Anthropozentrismus und Speziesismus zugrunde liegt, der zu weitreichenden tierethischen Fragen und Forderungen führt.


Schlüsselwörter: Haustierhaltung, Tiergefährten, Anthropozentrismus, Ethik