TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung

Zusammenfassung

Von Hirschkühen, „Milchkühen“ und Waschbären: Begründung unterschiedlicher Hilfspflichten und ihre Anwendung auf „invasive“ Arten
Leonie Bossert


Bestehen gegenüber allen Mitgliedern der moralischen Gemeinschaft die gleichen Pflichten oder können unterschiedliche Pflichten angenommen werden, ohne dabei moralische Willkür walten zu lassen? Dieser Frage geht der Beitrag nach und vertritt dabei die These, dass in Bezug auf Hilfs- und Wiedergutmachungspflichten unterschiedliche Pflichten bestehen können, je nach Kontext, in dem sich ein Individuum befindet. Er zeigt, dass Kontexte, die zulassen, dass keine Hilfspflichten bestehen, vor allem auf Wildtiere zutreffen, weswegen diese im Fokus stehen. Aufgezeigt wird jedoch auch, dass in einigen Fällen Hilfspflichten gegenüber Wildtieren bestehen und gängige Argumente gegen diese nicht überzeugen. Abschließend wird die zuvor dargestellte Ethiktheorie auf den Umgang mit sogenannten invasiven Arten angewandt, da diese in der Regel ebenfalls den Wildtieren zuzuordnen sind.


Schlüsselwörter: Nichtschädigungspflichten, Hilfspflichten, Wildtiere, invasive Arten, Naturschutzethik