TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung

Zusammenfassung

Gemeinwohlorientierung contra „Ökofaschismus“. Ethische Überlegungen zum Problem invasiver Arten
Clemens Wustmans


Wie umgehen mit invasiven Arten? Gesellschaftspolitisch scheint eine Antwort gefunden worden zu sein – ethisch bleiben Probleme und offene Fragen. Dies nicht zuletzt deshalb, da sich anhand der Diskussion um invasive Arten die Konfrontation zwischen Tierethik und Umweltethik (oder konkreter: Ethik der Biodiversität) wie in einem Brennglas zeigt: Entweder stehen individuelle nichtmenschliche Tiere oder Kollektive von Tiergruppen im Fokus. Oft werden beide Zielperspektiven der Ethik als diametral verschieden beschrieben. Ein fruchtbares Zusammendenken der Ansätze, so die These des Textes, ist jedoch möglich und sinnvoll; dies kann vermeiden, dass unter der Prämisse der Gemeinwohlorientierung allzu schnell über individuelle Interessen nichtmenschlicher Tiere hinweggegangen wird, so wie es zugleich hilft, blinde Flecken innerhalb der Tier-ethik zu vermeiden. Offensichtlich wird am Beispiel jedoch auch, dass der Konstruktionscharakter zahlreicher Variablen im Diskurs um den Umgang mit invasiven Arten zeigt, dass ethische Antworten nicht endgültig und eindeutig sein können, sondern stetiger Überprüfung bedürfen und Spannungen aushalten müssen.


Schlüsselwörter: invasive Arten, Verantwortung, Artenschutz, Individualtierschutz